Am 3. Dezember 2009 referierte Tim Marbach neben dem Geschäftsmodell von kaufDA.de zentrale Kriterien zur Bewertung von Geschäftsideen und betonte die Wichtigkeit des Teams bei der Unternehmensgründung.

„80% of disposable income is spent within 5 miles of the home.“

Dieses Zitat von Marissa Mayer (Vice President Google) hat Tim Marbach und Christian Gaiser während ihres Aufenthaltes im Silicon Valley in Kalifornien nachdenklich gestimmt. Deutschlandweit können Preise über Preissuchmaschinen wie z.B. ciao.de verglichen werden – aber wer sagt einem, wo man das günstigste Angebot in einem Radius von fünf Meilen um das eigene Haus herum findet?

So wurde die Geschäftsidee für das im August 2008 gegründete kaufDa.de geboren: Die zum Teil wöchentlich neu erscheinenden Prospekte mit lokalen Angeboten großer Handelsketten werden online auf kaufDA.de verfügbar und mittels Verschlagwortung durchsuchbar gemacht. Sucht ein Konsument auf kaufDA.de nach Angeboten zu einem bestimmten Produkt, wird er zuerst durch Geotargeting mit einer Trefferwahrscheinlichkeit von 95 Prozent seiner Wohnregion automatisch zugeordnet und kann so nach lokalen Angeboten suchen. Das Geschäftsmodell beruht auf Costs per Click (CPC) – kaufDA.de erhält also für jeden Aufruf eines Prospekts eine Provision der jeweiligen Händlers. Der Markt der Prospektwerbung in Deutschland ist groß – einige Handelsketten drucken bis zu einer Milliarde Prospekte pro Jahr, bei teilweise hohen Streuverlusten.

Mit ihrem Geschäftsmodell vereinen die Gründer die Interessen der Händler – die Steigerung des Filialumsatzes – mit den Interessen der Konsumenten – Informationen zu lokalen Angeboten. Der somit erreichte Wechsel von Push zu Pull korrespondiert mit dem Medienwandel und liefert nur noch die für den Verbraucher relevanten Produktinformationen.

Seit 2009 versucht kaufDA.de seine Reichweite zudem über Multiplikatoren innerhalb eines Werbenetzwerkes zu steigern. Auf den Partnerangeboten wird das kaufDA.de-Angebot mittels dreier unterschiedlicher Methoden integriert:

Im Hinblick auf die Bewertung von Gründungsideen findet Tim Marbach, dass vier Kriterien von hoher Relevanz sind:

  1. Skalierbarkeit des Geschäftsmodells: Um einen maximalen Erfolg zu ermöglichen, ist es wichtig, dass das Geschäftsmodell skalierbar ist. Das bedeutet, dass die Kosten nicht mit dem Aufwand und im Falle von kaufDA.de mit der Anzahl der User linear steigen, sondern dass zu dem Grundaufwand für die Veröffentlichung einzelner Prospekte nur noch minimal Kosten hinzukommen (z.B. für die Anschaffung neuer Server bei erhöhtem Traffic)
  2. Richtiger Zeitpunkt / Marktbedingungen: Die Zeit und der Markt müssen reif sein für das Produkt. Woher man das weiß? Tim Marbach sagt: „Alles Bauchgefühl.“
  3. Großer Markt mit Ausweichmöglichkeiten: Es wichtig, dass der Markt groß genug ist für das neue Produkt. Und noch besser ist es, wenn er wachsende Tendenzen aufweist.
  4. Passion! Für Tim Marbach ist Passion – die Leidenschaft für das eigene Produkt – das wichtigste Kriterium zur Bewertung einer Gründungsidee. Denn genau diese Leidenschaft braucht es, um das eigene Produkt überzeugend verkaufen zu können, Mitarbeiter zu motivieren und begeistern zu können.

Tim Marbach und Christian Gaiser hatten das Glück ihr Team im Rahmen eines Gründernetzwerktreffens in Berlin mit Cihan Aksakal und Thomas Frieling komplettieren zu können. Für Tim Marbach ist bei der Zusammensetzung eines Teams vor allem wichtig, dass alle mit Leidenschaft dabei sind und eine gemeinsame Vision verfolgen. Wenn dann auch noch alle hart arbeiten können und sich durch ihre komplementäre Charaktere (z.B. Vertriebstalent, Analytiker) ergänzen, sind die „must haves“ für das Team gegeben. „Nice to have“ wäre es zudem, wenn sich die Fähigkeiten der Gründer ergänzen und sie selbst skalierbar sind. Alles andere, meint Tim Marbach, könne man kaufen.

Kerstin Blumberg und Michael Schlüter

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Tim Marbach präsentiert das erfolgreiche Start-Up kaufDA.de
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0 thoughts on “Tim Marbach präsentiert das erfolgreiche Start-Up kaufDA.de

  • 12. Januar 2010 bei 22:20
    Permalink

    Anfangs fand ich kaufda wirklich klasse. Aaaber – offenbar haben einige maßgebliche Discounter KAUFDA (aus nachvollziehbaren Gründen) untersagt, Ihre Angebote zu publizieren. Damit wird das Informationsangebot deutlich einseitig/ verzerrt -für mich fehlt einfach die Repräsentanz wichtiger Anbieter- und der einstmals hohe und vielgepriesene Mehrwert “Marktüberblick” fehlt.

    Wenn ich nur noch zwischen Aldi und Lidl wählen kann, reicht mir auch “das tägliche Käseblatt im Printformat” aus dem Briefkasten.

    Antwort
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