Die Entwicklung jedes neuen Mediums ist immer auch die Entwicklung neuer Gemeinsamkeiten und Gemeinschaften: Notendrucke veränderten die Produktion, Verteilung, Wahrnehmung und Nutzung von Musik. Sie wurden Bezugspunkte für neue Gemeinschaften, wie später die Zeitung mit dem Feuilleton, Musikzeitschriften, Radio, Schallplatten, Walkman und CDs.

Die besondere Beziehung von Jugendlichen zu Musik im Fernsehen machte MTV zur wertvollsten Medienmarke der Welt. Zurzeit verändern neue digitale Netzwerkmedien mit ihren Speicher- und Übertragungstechnologien erneut das Verhältnis zur Musik. Noch nie war sie medial so zugänglich wie mit iTunes, das fast jede Musik jederzeit und an jedem Ort unmittelbar bereithält. Auch über MySpace, das immer mehr Künstler mit anderen Künstlern und Fans verbindet, kommen viele Menschen mit Musik auf neue Art in Berührung. Last.fm zum Beispiel zeigt an, wer ähnliche Musiktitel hört. So entstehen völlig neue Beziehungen. Diese fordern in der Regel bestehende mediale Beziehungen zur Musik heraus, weil sie zu diesen neue demokratische Alternativen bieten, auf die im Rahmen der bestehenden Beziehungen in der Regel kreativ reagiert wird.

Wie hängen Medienentwicklungen mit Musik als Zusammenhang von Produktion, Verteilung und Aufführung, aber auch von Wahrnehmung und kultureller Aneignung in sozialen Gruppen zusammen? Welche Rolle spielen welche Medien bei welchen historischen Entwicklungen von Musik? Warum werden nun, wo Musik allgegenwärtig geworden ist, Konzerte wieder wichtiger? Welche Beobachtungen und Erfahrungen von Musik helfen, Entwicklungszusammenhänge von Medien und Musik besser zu verstehen?

Obwohl Musikvermittlung in aller Munde ist, steht ihre Analyse ihrer Medialität noch am Anfang. Das gilt für die Geschichte ebenso wie für aktuelle digitale, musikalische und soziale Trends. Der Workshop im Studiotheater an der Expo Plaza 12 lädt aber nicht nur zu Vorträgen und Diskussionsrunden ein, sondern auch zu Konzerten: Am Freitag ab 20 Uhr beim 1. Hannover Song Contest „HÖREN! 2009″, der in Kooperation von IJK und dem Pop-Institut der HMTH im Musikzentrum, Emil-Meyer-Straße, veranstaltet wird, und am Samstagabend im Rahmen der Late-Night-Lobby mit klassischer Musik auf höchstem Niveau, an die sich eine Party anschließt.

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Workshop: Medien- und Musikentwicklung als Herausforderung
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