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	<title>MuKe &#187; Workshop</title>
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	<description>Das Medien- und Kulturentwicklungsblog</description>
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		<title>Rückblick 3: Workshop Medien- und Musikentwicklung</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 08:30:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. Carsten Winter]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Erforschen + Entwickeln]]></category>
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		<description><![CDATA[Samstagnachmittag Die letzte der drei Runden des Workshops wurde von Maike Berndt-Zürner (Musikland Niedersachsen) eröffnet. In ihrem Vortrag „Musikvermittlung und Medien &#8211; Perspektiven in einem neuen Arbeitsfeld&#8220; zeigte sie, wie diese auf vielfältigste Weisen von Bedingungen von und für Vermittlung]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4 style="text-align: justify;">Samstagnachmittag</h4>
<p style="text-align: justify;">Die letzte der drei Runden des Workshops wurde von <a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/?p=204#berndt">Maike Berndt-Zürner</a> <a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/berndt-zuerner.jpg"><img class="size-medium wp-image-653 alignleft" title="berndt-zuerner" src="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/berndt-zuerner.jpg" alt="" width="175" height="103" /></a>(Musikland Niedersachsen) eröffnet. In ihrem Vortrag „Musikvermittlung und Medien &#8211; Perspektiven in einem neuen Arbeitsfeld&#8220; zeigte sie, wie diese auf vielfältigste Weisen von Bedingungen von und für Vermittlung abhängig ist, die bislang nur eine Nebenrolle gespielt hätten: vom institutionellen Kontext des Veranstalters, von der Aufführung selbst, von Beteiligten Künstlern und Publika und schließlich von vorherrschenden Stimmungen und Wissensbeständen. <span id="more-629"></span>Ihr Verständnis von Vermittlung fasst alle strukturierten Bedingungen als Medien auf, wie es in Teilen der Kommunikations- und Medienwissenschaft üblich ist, in der das Theater oder die Rolle des Vermittelnden als Medien verstanden werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Um Musik als Vermittlungszusammenhang an sich zu vermitteln, so Berndt-Zürner, sei es notwendig, die gesamten Bedingungen dieser Vermittlung angemessen zu verstehen und in der Arbeit zu berücksichtigen. Ihr gehe es vor diesem Hintergrund darum, so Frau Berndt-Zürner, dass Musik den Hörerinnen und Hörern näher gebracht und für sie konkret erfahrbar wird. Dafür seien Medien zu entwickeln und zu nutzen &#8211; ohne dass dabei Musik in den Hintergrund tritt.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Entwicklung von Medien komme in der Musikvermittlung dort ins Spiel, wo diese neue Erfahrungen, semantische Kodierungen und auch Neukontextualisierungen von Musik ermöglichen. Selbstverständlich spielen in der Musikvermittlung Medien bei der Speicherung und Vermittlung von Information und Wissen eine zentrale Rolle, die sogar noch wichtiger werde, wo diese Vermittlung und Speicherung für Einzelne erleichtert wird. Derzeit entstehen viele Möglichkeiten für Medienentwicklung und Musikvermittlung, die Themen des jungen Netzwerkes „Musikvermittlung&#8220; sind, über das sich Interessierte auf der vorläufigen Website des <a href="http://musikland-niedersachsen.de/">Musiklandes Niedersachsen</a> informieren können.</p>
<p style="text-align: justify;">Medial hörbarer und sichtbarer als in den vorangegangenen Vorträgen wurde Musik im <a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/wolther.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-655" title="wolther" src="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/wolther.jpg" alt="" width="175" height="136" /></a>folgenden Vortrag „Das Medium als Rahmen: die Fernsehgeschichte des Eurovision Song Contest&#8220;, den <a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/?p=204#wolther">Dr. Irving Wolther</a> mit Pathos und Zwinkern im Auge mit der bekannten Erkennungsmelodie der Eurovision einläutete. Die Metapher des ursprünglich geplanten Titels „Musik im Medienkorsett&#8220;, bringt wieder neue Dimensionen des Zusammenhangs von Medien- und Musikentwicklung in die Diskussion ein. Selten würden Konflikte in der Medien- und Musikentwicklung so offenbar, so Dr. Wolther, wie in der Geschichte dieses Komponier-Wettbewerbs.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit diesem europäischen Contest, den es ohne Fernsehen nicht gäbe, und seinen Beiträgen würden Zwecke verfolgt, die weit über musikalische und ökonomische Aspekte hinausgehen. Im Vordergrund, so Wolther, stehe die Vermittlung von Nationalkultur oder besser von deren Klischees, wie er an zwei Beispielen vor Augen führte. Vor diesem Hintergrund wandelte sich der Eurovision Song Contest, was nicht zuletzt das Abstimmungsverhalten des Publikums belege, über die Jahre von einem Kompositions- zu einem Länderwettbewerb. Fernsehanstalten der einzelnen Länder verfolgten spezifische nationale Interessen bezüglich der Repräsentation ihrer Institution und ihrer Nation, die sie durch ein strenges aber variables Reglement durchzusetzen wüssten. Nicht zuletzt deshalb sei die Bandbreite der Musiktitel lange Zeit stark auf Schlager begrenzt gewesen. Die Musikindustrie und der populäre Massengeschmack seien hingegen von geringerem Einfluss. Dennoch gebe es kein anderes musikalisches Medienevent, das quer durch alle Altersgruppen und Schichten so populär ist. Wohl nur hier, so Dr. Wolther, beurteilen und diskutieren so viele unabhängig von Hintergrundkenntnissen und Expertenwissen Musik. Diese Gruppendynamik und Gemeinschaftserlebnisse konstituieren regelmäßig ein Ereignis, das zu recht oft als Ritual bezeichnet wird. Im Anschluss an seinen Vortrag brandete eine Diskussion darüber auf, ob und inwieweit die heute anzutreffenden Muster globaler Popmusik es überhaupt ermöglichen, nationale Identität, also Differenzen, in einem kulturell wahrnehmbaren Maße in einem solchen Fernsehformat zu transportieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Konstitution von Differenzen und ihre Bedeutung blieben auch im anschließenden Beitrag das Thema, nun allerdings aus der Perspektive der Künstler. Im Vortrag „Von der Band-Bio via Website zum MySpace-Profil. Möglichkeiten und Herausforderungen für die Selbstvermarktung/-promotion&#8220; referierte <a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/?p=204#palmtag">Isabel Palmtag</a> (GEMA) aus ihrer langjährigen Praxis des Band-Development bei der Pop-Akademie in Mannheim über neue Möglichkeiten aber auch neue Herausforderungen und Pflichten, die für Bands durch Medienentwicklung erwachsen und derer sich viele überhaupt nicht bewusst sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Medienentwicklung als Entwicklung von Medien für Bands werde eine immer wichtigere Voraussetzung für deren Erfolg. Während schon früher die Selbstdarstellung in Form einer Band-Bio(graphie) wichtig gewesen sei <a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/palmtag.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-657" title="palmtag" src="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/palmtag.jpg" alt="" width="175" height="131" /></a>und natürlich auch immer hilfreich, eine eigene Website zu haben, schaffen digitale Netzwerkmedien und Web 2.0 eine zweite (virtuelle) Realität, deren Bedeutung für die Beziehung von Bands mit ihren Anspruchsgruppen kaum überschätzt werden könne. Social Network Sites ermöglichen eine engere Bindung zu Fans, unmittelbare Erreichbarkeit und eine neue Qualität der Direktvermarktung eigener Werke. Neben diesen Chancen, die zunehmend genutzt werden, treten neue Herausforderungen in der Form einer ständigen Beobachtbarkeit durch die Öffentlichkeit wie auch potenzielle Business-Partner, die durch diese Entwicklungen ebenfalls ganz andere Möglichkeiten bekommen. Diesen sehr komplexen Möglichkeiten und Herausforderungen durch Vernetzung, Kommunikation und Interaktion sowie Repräsentation und Transaktion könne ohne ein angemessenes Verständnis kaum adäquat begegnet und für die eigene Karriere genutzt werden, weshalb Musikhochschulen hier besonders gefordert sind, Künstlerinnen und Künstlern unter diesen neuen Bedingungen Orientierung zu bieten und wie mit entsprechenden Lehrangeboten vorzubereiten.</p>
<p style="text-align: justify;">Fortgesetzt wurde die Diskussion der Möglichkeiten, die sich durch Medienentwicklung für die Entwicklung von Musik ergeben mit dem Beitrag „Medienentwicklung: neue Möglichkeiten der Analyse, Produktion und Vermittlung von Popmusik an ausgewählten Beispielen&#8220; von <a href="http://groups.uni-paderborn.de/musik/didaktik/ahlers.html">Dr. Michael Ahlers</a> (Universität Paderborn), in dem nun avancierteste Entwicklungen von Medien für Musik in den Blick gerieten. Ahlers zeigte, wie Computer-Anwendungen ein völlig neues Instrumentarium schaffen, z.B. durch Analyse-Algorithmen, auf denen Programme wie Music Mixer oder Music Box basieren oder auch durch Möglichkeiten der semantischen Indexierung wie bei last.fm oder iTunes Genius. Derartige Recommendation-Systeme, deren neue Qualität des Musik-Findens Nutzer stärker als je zuvor in den Prozess „Musik&#8220; integriert, verändern die Wertschöpfung in und mit diesem Prozess und begründen zugleich völlig neue Forschungsfelder.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch eröffnen solche technologischen Innovationen neue Möglichkeiten der Produktion und Kooperation, wie Dr. Michael Ahlers im inhaltlichen Anschluss an den Vortrag von Prof. Dr. Holger Schulze an Beispielen von neuen Interfaces, Klangoptimierung und einem neuen haptischen Controller verdeutlichte. Vielleicht schaffen sie neue Zugänge zu Musik, in jedem Fall demokratisieren sie musikalische Produktionsmittel und erhöhen die Zahl derer, die Musik machen können. Auch Dr. Ahlers stellt deshalb die Frage in den Raum, ob durch diese Entwicklungen nur eine Vielzahl „musikalischer Minderwertigkeiten&#8220; entstehe, ob sich Laien tatsächlich professionellen Standards annähern oder hier nur Allgemeinwissen auf niedrigem Niveau konsolidiert werde und letztlich, ob neue Interfaces eine neue Musik hervorbringen könnten.</p>
<p style="text-align: justify;">In der abschließenden Diskussion hoben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die vielfältigen und durchaus konfliktären Einsichten in Bezug auf die Möglichkeiten und Herausforderungen durch Medienentwicklung für Musik aus den Beiträgen, die in den verschiedenen Diskussionen vertieft und entwickelt geworden waren noch einmal hervor. Betont wurde, dass dieser interdisziplinäre Workshop zu diesem Entwicklungszusammenhang mehr als überfällig war. Die fruchtbare und multiperspektivische Diskussion zwischen Vertretern der Medien- und Kommunikationswissenschaft mit Vertretern anderer Fächer wie Musikwissenschaft (Prof. Dr. Tadday, Universität Bremen), Sound Studies (Prof. Dr. Schulze, UDK Berlin), Kulturwissenschaft (PD Dr. Düllo) oder Musikmanagement (Prof. Dr. Gerhard Gensch) zeigte, wie sehr die Entwicklung der Medien „Musik&#8220; als Gegenstand dieser Fächer verändert. Die Beiträge aus der Praxis von MTV (Dr. v. Walter), dem Kesselhaus der Kulturbrauerei Berlin (Birke), Musikland Niedersachsen (Koch) und Stage-Entertainment (Müller-Stephan) dokumentierten anschaulich, wie sehr ihre Arbeit an der Entwicklung der Medien über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Ein Erfolg übrigens, den sich junge Bands immer mehr auch durch Medienarbeit in der virtuellen Realität mit erarbeiten müssen, wie Isabel Palmtag und Rückmeldungen von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Publikum zeigten, die bei dieser Arbeit mehr systematische und professionelle Hilfestellung erwarten.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Zunahme von Vernetzung, Austausch und Kommunikation im Zuge von Web 2.0, die in den meisten Beiträgen <a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/ahlers2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-661" title="ahlers2" src="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/ahlers2.jpg" alt="" width="175" height="131" /></a>hervorgehoben wurde, veränderte zusammen mit medientechnischen Entwicklungen auch den Musikjournalismus. In ihren Beiträgen zeigten Stefan Weihnacht für die Geschichte journalistischer Angebote in Musikzeitschriften, Dr. Wolfang Rumpf für das Radio und Sabine Lange mit Bezug auf die Oper im Radio, wie sehr sich auch die Rolle der Journalisten verändert hat. Waren sie einst maßgeblich für die Themen der musikbezogenen Diskussionen und die Produktion von Hits, werden sie immer mehr professionelle „Archivare, Kritiker und Gehilfen&#8220;, wie es Dr. Wolfgang Rumpf von NWR/Radio Bremen formuliert.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Verwobenheit der Entwicklung von Medien und Musik werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem Workshop, da herrschte Einigkeit, noch aufmerksamer verfolgen &#8211; egal, ob es um die Entwicklung alter oder neuer journalistischer Formate und Medien geht, um die von Musikmarken wie MTV, um TV oder Web 2.0 basierte Entwicklungen von Veranstaltern wie Stage Entertainment, dem Kesselhaus der Kulturbrauerei in Berlin, Musikland Niedersachsen oder auch von jungen Künstlern und Bands.</p>
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		<title>Rückblick 2: Workshop Medien- und Musikentwicklung</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 07:55:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. Carsten Winter]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Samstagvormittag Nach einer langen bzw. etwas kurz geratenen Freitagnacht beim großartigen Popsong Contest „Hören! 2009&#8243; starteten wir inspiriert in den zweiten Workshop-Tag. Als erstes sprach Prof. Dr. Gerhard Gensch von der Donau Universität Krems in seinem Beitrag „Musik, Medien und]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4>Samstagvormittag</h4>
<p>Nach einer langen bzw. etwas kurz geratenen Freitagnacht beim großartigen Popsong Contest „Hören! 2009&#8243; starteten wir inspiriert in den zweiten Workshop-Tag.</p>
<p>Als erstes sprach <strong><a href="http://www.donau-uni.ac.at/de/universitaet/whois/00687/index.php">Prof. Dr. Gerhard Gensch</a></strong> von der Donau Universität Krems in seinem Beitrag <strong>„Musik, Medien und Management: Herausforderungen an universitäre Weiterbildung&#8220;</strong> über die besonderen Herausforderungen an universitäre Weiterbildung im Schnittstellenbereich von Medien, Musik und Management. Die Marktbedingungen haben sich durch die digitale Musikökonomie stark verändert, die Tonträgerindustrie ist mit enormen Umsatzeinbrüchen konfrontiert und die vereinfachten Produktionsbedingungen verringern &#8211; zumindest oberflächlich betrachtet &#8211; den Abstand zwischen Profis und Amateuren. Diese Entwicklungen haben die Wertschöpfung in der Musikbranche erheblich verändert und verändern sie auch weiterhin.<span id="more-620"></span></p>
<p>Diese Veränderungen spüren, wie Prof. Gensch weiter ausführte, auch die  Musiker deutlich: Ihr angestrebtes Kompetenzprofil erschöpfe sich zunehmend nicht mehr in künstlerischer <a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/noten.jpg"><img class="size-medium wp-image-646 alignright" title="noten" src="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/noten.jpg" alt="" width="175" height="131" /></a>Exzellenz und Virtuosität. Vielmehr müssten auch sie sich auf einen veränderten Wettbewerb vorbereiten, da sie immer mehr als Kleinunternehmer oder „Artepreneure&#8220; agieren und entsprechend über Kenntnisse in den Bereichen Medienagenden, Management und Technik verfügen müssen. Prof. Dr. Gensch gab dann vor diesem Hintergrund Einblicke in die Profile und Hintergründe seiner internationalen Studierendenschaft. Es wurde deutlich, dass neben konkreten Handlungs-, Medien- und Managementkompetenzen auch die Aussicht auf berufliche Kontakte und Netzwerke wichtige Motivatoren darstellen dieses Studium aufzunehmen.</p>
<p>Der folgende Beitrag <strong>„Poparchivare, Kritiker oder Gehilfen der Branche &#8211; Musikjournalismus im Formatradio heute&#8220;</strong> von <strong><a href="http://www.wolfgangrumpf.de/">Dr. Wolfgang Rumpf</a></strong>, Redaktionsleiter Musik beim Nordwestfunk, verdeutlichte dann, dass sich nicht nur die Kompetenzprofile der Musikschaffenden im Wandel befinden. Die Arbeitsabläufe und das Berufsbild der Musikjournalisten im Radio haben sich durch die Dominanz des Formatradios radikal verändert. Grundsätzlich seien der kreative Anspruch und die Gestaltungsspielräume eines freien Musikjournalismus nicht vereinbar mit den festen Strukturen und Zwängen des Formatradios. Technische Neuerungen wie elektronische Musikplanungssysteme, die an sich den Programmablauf vereinfachen sollen, werden von  Musikredakteuren als „Entmündigung&#8220; empfunden. Hinzu kommt, dass die früher selbstverständliche Berufsauffassung „Wir machen die Hits&#8220; nun da Musikstücke per Publikumstest anhand empirischer Daten auf ihre Hit-Tauglichkeit beurteilt würden, keinen Platz mehr habe. Ernst zu nehmende Musikkritik und Glossen seien im Radio selten geworden, Serviceorientierung dagegen die zentrale Prämisse. Weiter lebe der kreative Musikjournalismus noch in öffentlich-rechtlichen Nischen, verdrängt auf die hinteren Ränge doch geschützt durch den Programmauftrag und relative Gestaltungsfreiheiten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.</p>
<p>Weit weniger in der Nische als vermutet, sondern das kommerziell erfolgreichste Musikveranstaltungsformat hierzulande ist das Musical, über das <strong><a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/?p=204#stephan">Enno Müller-Stephan</a></strong>, IJK-Absolvent und Produktmanager bei Stage Entertainment Hamburg, in seinem Beitrag <strong>„Musical &#8211; Der ‚hidden Champion‘ auf dem Weg zu neuen Medienpublika&#8220;</strong> sprach. Müller-Stephan zeigte, wie sich die Besucher- und Umsatzzahlen entwickeln und wie das Musical den Besuchermassen genau zu geben versucht, was ihr Zielpublikum sucht: leichte Unterhaltung und Flucht aus dem Alltag bei konstanter Qualität. Musicals, so Müller-Stephan, seien das „Privatfernsehen der Bühnenlandschaft&#8220;. In dieser Situation, in der die Erwartungen des Publikums relativ klar entwickelt seien und kaum Verdrängungswettbewerb durch neue Formate im Internet zu befürchten ist, wird zurzeit relativ wenig in Formatentwicklung in neuen Bereichen investiert. Unterstützt wird die Vermarktung der Stage-Musicals durch Internetauftritte mit aufwändigen interaktiver Anwendungen und Communities, z.B. für das NDW-Musical „Ich will Spaß&#8220;. Bislang erlangen diese Seiten jedoch kaum Relevanz als Abverkaufsmedium, während Online Ticket Shops insgesamt zu den wichtigsten Buchungskanälen zählen. Ein großer Erfolg dagegen sei der Transfer des Musicals ins Fernsehen mit einer Casting-Show für „Tarzan&#8220; über eine inhaltliche Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender Sat1 gewesen, wenn auch die Einschaltquoten hinter den Erwartungen des Senders blieben. Aber hier, so Müller-Stephan, zeige sich, dass die Medienentwicklung insbesondere für die Vermarktung die derzeit spannende Herausforderung darstellt.</p>
<p><strong><a href="http://www.udk-berlin.de/sites/soundstudies/content/kontakt/prof_dr_holger_schulze/index_ger.html">Prof. Dr. Holger Schulze</a></strong>, Leiter des Studiengangs „Sound Studies&#8220; an der UdK Berlin, diskutierte die Entwicklung der Medien in seinem Vortrag <strong>„Das gestalterische Gespür: mit technischen Klangmedien leben lernen&#8220;</strong> wieder in einem umfassenderen kultur- und gesellschaftstheoretischen Rahmen. Sein Bezugspunkt dabei waren vor allem die Entwicklung von Technologie und technischen Fertigkeiten, die vor einem halben Jahrhundert noch als reines Expertenwissen galten. Heute verfügen immer größere Teile der Bevölkerung darüber: <a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/publikum.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-649" title="publikum" src="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/publikum.jpg" alt="" width="228" height="151" /></a>Das gilt nicht nur für die Produktion und Verteilung von Musik, sondern auch für die damit eng zusammenhängenden Prozesse der Vernetzung und für den Zugang zu Information. Damit gehe die Begehrlichkeit, die technologischen Entwicklungen und neuen Möglichkeiten einst anhaftete, teilweise verloren. Diese Entwicklung habe gleichzeitig zur Folge, dass Unterschiede sich wieder verstärkt auf der Ebene der Virtuosität und Kunst äußern, da technisch befähigte Laien das künstlerisch-gestalterische Gespür oft vermissen lassen. Dieses ist im Gegensatz zu Tonhöhen, Bits, Bytes und Klickraten nicht formalisierbar oder quantifizierbar, die Erlangung von künstlerischer Virtuosität sei vielmehr ein langer und schwer berechenbarer Prozess. Insgesamt nimmt also mit der Zunahme der technischen Möglichkeiten auch der Output zu, der für die meisten jedoch weitgehend hinter ihren Qualitätsansprüchen zurückbleibe.</p>
<p>Diese Entwicklungen setzt Schulze in den Kontext der Arbeiten von  Jacques Attalis („Bruit&#8220;/„Noise&#8220;, 1977), der früh eine heute immer sichtbarere Entwicklung angekündigt hat, dass sich nämlich die Produktförmigkeit der Musik aufzulösen beginnt.  Das heißt keineswegs, dass Musik an sich in einem Niedergang begriffen sei, wie Schulze betonte. Musik werde nur zunehmend ein Teil veränderter Alltagspraxen, die immer weniger durch die speziellen Formen spezifischer Musikprodukte wie z.B. die Schallplatte mitgeprägt sind.  Diese Entwicklung der zunehmenden Möglichkeiten des Zugriffs auf Musik und von Vernetzung hätten freilich bereits eine Gegenentwicklung ausgelöst (die auch schon früh etwa von Umberto Eco gesehen wurde, der etwa 1993 darauf hinwies, dass es zu einem Luxus werden würde, eben nicht immer und für alle erreichbar zu sein). Beide medieninduzierten Entwicklungen, die neuen Möglichkeiten der Laien zur Produktion und Vernetzung wie die Abgrenzung davon werden künftig im Prozess der Produktion, Aufführung, Verteilung, Wahrnehmung und Nutzung von Musik ihre Rolle spielen. Die Annahme einer zunehmenden Auflösung der Produktförmigkeit von Musik wurde dann in der Runde kontrovers diskutiert. Hier standen sich Positionen gegenüber, die die Thesen gerade mit Blick auf die Geschichte und den Wert ihrer musikalischen „Produkte&#8220; problematisierten, während andere anführten, dass etwa die Renaissance der Aufführungskultur und von Konzerten, die nur einmal vor einem Publikum aufgeführt werden, auch dafür sprechen würden.</p>
<p>Fortgesetzt wurde diese Diskussion indirekt mit dem Vortrag <strong>„Oper im Radio &#8211; eine Zukunft der Vergangenheit?&#8220;</strong> von <strong>Sabine Lange</strong> (NDR Kultur), in dem sie zunächst ausführte, dass die Oper schon immer für die breite Masse gedacht gewesen sei und ihre Entwicklung von Anfang an eine Demokratisierung musikalischer Kultur bedeutet habe, die heute vor allem durch  die Übertragung von Opernaufführungen in den elektronischen Medien fortgeführt wird. Dieser Teil der Geschichte der Oper werde jedoch zu oft vergessen. So wird heute die scheinbar unangemessen aggressive Vermarktung von Oper und Opernsängern häufig beklagt, die hingegen eine lange Tradition hat, etwa bei Kastraten, die früher enorm populär waren.</p>
<p>Zum Zusammenhang von Medienentwicklung und Musik hob Frau Lange noch hervor, dass etwa in der Folge der Ausbreitung visueller Medien zunehmend Wert auf visuelle Ästhetik gelegt werde, besonders was die Attraktivität der Sänger betrifft.</p>
<p>Die anschließende Diskussion über die Zusammenhänge der Entwicklung von Medien und Musik erörterte dann paradox, dass jede Entwicklung von Medien neben neuen Möglichkeiten damit notwendig Bestehendes verändert, <a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/diskussion.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-648" title="diskussion" src="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/diskussion.jpg" alt="" width="175" height="116" /></a>weil es neu gesehen werden kann und/oder weil zu diesem nun Alternativen entstehen.  So stellt sich dann aus dieser Perspektive z.B. die Frage,  ob Oper im Radio überhaupt stattfinden sollte, weil dadurch, wie Prof. Dr. Tadday beklagte, die Gesamtheit von Ton, Bild und Szene, die die Oper ausmache, aufgelöst werde und damit die Übertragung der Oper im Radio grundsätzlich defizitär sei. Dagegen vertrat Frau Langer den Standpunkt, dass die Opernübertragung im Radio wichtige Funktionen erfülle, die in der Diskussion nicht übersehen werden dürften: so trage sie dazu bei, dass die Oper einem größeren Publikum zugänglich gemacht werde. Schließlich seien Übertragungen geeignet, gesellschaftliche Barrieren auf dem Weg zu Oper und Klassik-Aufführungen abzubauen.</p>
<p>Die Diskussion wurde dann in kleineren Kreisen vor dem Hintergrund von Brahms ungarischem Tanz Nr. 6 in Des-Dur fortgesetzt. </p>
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		<title>Rückblick: IJK-Workshop Medien- und Musikentwicklung</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 07:25:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. Carsten Winter]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit Marimbaphon und Flügel-Duo begann am Freitagnachmittag der Workshop Medien- und Musikentwicklung auf der Bühne des Studiotheaters an der Expo Plaza. In ihren Begrüßungen hoben Vizepräsident Prof. Dr. Franz Riemer und die Initiatoren des]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit Marimbaphon und Flügel-Duo begann <a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/auftakt.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-588" title="auftakt" src="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/auftakt-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>am Freitagnachmittag der Workshop Medien- und Musikentwicklung auf der Bühne des Studiotheaters an der Expo Plaza. In ihren Begrüßungen hoben Vizepräsident <a href="http://www.hmt-hannover.de/de/hochschule/lehrende/m-r/prof-dr-franz-riemer/">Prof. Dr. Franz Riemer</a> und die Initiatoren des Workshops <a href="http://www.ijk.hmt-hannover.de/de/institut/personen/prof-dr-gunter-reus/">Prof. Dr. Gunter Reus</a> und <a href="http://www.ijk.hmt-hannover.de/de/institut/personen/prof-dr-carsten-winter/">Prof. Dr. Carsten Winter</a> das wechselseitige Verhältnis von Medien und Musik in Geschichte und Gegenwart hervor. Ein Verständnis von Musik und ihrer Entwicklung als der Entwicklung des komplexen Zusammenhangs ihrer Produktion mit ihrer Verteilung und Aufführung, ihrer Wahrnehmung und ihrer Nutzung erfordere heute, so ihr Plädoyer, eine multiperspektivische Erforschung. Wie, so lautete die Frage, hängen die Entwicklung von Medien und Musik zusammen?<span id="more-583"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Die folgenden von Catherina Dürrenberg und Carsten Winter rekonstruierten Inhalte der Vorträge können gemeinsam mit den Fotos und Videos freilich die Atmosphäre und Diskussion nicht einfangen. Sie sollen im besten Fall Lust auf mehr machen. Eine Fortsetzung der Diskussionen wurde mit den Referenten bereits vereinbart.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Freitagnachmittag: Neue Perspektiven auf Medien- und Musikentwicklung</h3>
<p style="text-align: justify;">Freitagnachmittag wurden verschiedene konkrete Herausforderungen im Zusammenhang mit ausgewählten Entwicklungen sowohl von Musik wie von Medien vorgestellt und diskutiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Den Auftakt machte <strong><span style="color: #888888;"><a href="http://www.musik.uni-bremen.de/personen/professoren.html?tx_jshuniversity_pi2[showUid]=31&amp;cHash=73bc2a8b70">Prof. Dr. Ulrich Taddays</a></span></strong> (Universität Bremen) Vortrag <strong>„Musikgeschichte als Mediengeschichte &#8211; Plädoyer für einen integrativen Begriff von </strong><a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/tadday.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-591" title="tadday" src="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/tadday-247x300.jpg" alt="" width="148" height="180" /></a><strong>Musikwissenschaft&#8220;</strong>. In Anlehnung an die Erkenntnis schon von Schopenhauer und Hegel, wonach alles mittelbar sei, fordert er, dass sich Musikwissenschaft dieser „Mittelbarkeit&#8220;, also „Medialität&#8220; von Musik programmatisch öffnet. Er schlägt vor, Musik als durch verschiedene Vermittlungsformen konstituierten Gesamtzusammenhang zu verstehen, der Musik sowohl als Vermittlungsform für Gedanken und Gefühlen wie auch ihre Vermittlung durch Kommunikationsmedien wie Notendrucke oder CD`s zu berücksichtigen vermag.</p>
<p style="text-align: justify;">Die kritische Hermeneutik, so Tadday, habe längst gezeigt, wie Medien und Musik in gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse und Diskurse eingebunden sind. Erst deren Analyse und Rekonstruktion hat erkennen lassen, wie und warum Musik in Gesellschaft mit Bedeutung aufgeladen wird und wie abhängig die Bedeutung der Musik für Menschen von ihrer gesellschaftlichen und medialen Vermittlung ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Aktuell fordert vor allem die populäre Musik gesellschaftliche Vermittlungsverhältnisse von Musik und damit auch die Musikwissenschaft heraus, in dem sie ihren Gegenstandsbereich verändert, der nun von einigen kleiner und von andere größer gemacht oder durch Wertungen neu kartographiert wird. Diese Tendenzen, die eng mit der Entwicklung von Medien verbunden sind, erfordern es, wie Tadday aufzeigt, fachwissenschaftlich ernst genommen zu werden, um dem Fach seinen gesamten Gegenstandsbereich zu erhalten. Die Vielfalt von Musik und ihrer Vermittlungsformen gilt es nicht zu nivellieren, sondern diskursiv zu integrieren. Erst diese und eine entsprechende fächerübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen es, die Hyperkomplexität, die durch die Zunahme globaler Information und Vernetzung entstehen und aktuelle medienethische Fragestellungen angemessen zu verstehen, die durch Musikpiraterie aufgeworfen werden, die Omnipräsenz von Musik in der Öffentlichkeit, oder auch am Ohr, die eine Vielzahl von sogar gesundheitlichen Gefahren birgt, usf.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Entwicklung von Medien und ihrer neuen Formen der Produktion, Verteilung, Wahrnehmung und auch Nutzung von Musik fordert, wie <strong><a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/?p=204#benediktwalter">Dr. Benedikt von Walter</a></strong>, <a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/vonwalter.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-598" title="vonwalter" src="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/vonwalter-262x300.jpg" alt="" width="157" height="180" /></a>Digital Media Research Manager bei <a href="http://www.mtvnetworks.de/scripts/contentbrowser.php3?MenuId=home">MTV Networks Germany</a>,in seinem Beitrag <strong>„Internet boosts the Video Show &#8211; MTV im digitalen Zeitalter&#8220;</strong> anschließend zeigte, auch Ikonen der Musikindustrie heraus. Die neuen Bedingungen durch digitale Netzwerkmedien wie MySpace und YouTube haben das bestehende Quasi-Monopol auf die Vermittlung von Musikclips aufgebrochen. Auf diese Entwicklung reagiert MTV mit einem umfangreichen eigenen Angebot im Netz, angefangen von Musikvideos, Musikvideo-Spiele und Live-Veranstaltungen bis hin zu Game-Awards oder dem Format MTVRooky &#8211; einem Nachwuchswettbewerb im Netz. MTV entwickelt hier neue und mit der Marke vereinbare Möglichkeiten. Bei MTV sei man neugierig und optimistisch für die Zukunft und insbesondere darauf, wie sich MTV, die lange wertvollste Medienmarke der Welt, hier mit seinen Publika künftig gemeinsam entwickeln kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Rekonstruktion der Geschichte von Musikzeitschriften im Beitrag <strong>„Zum Wandel journalistischer Angebote in Musikzeitschriften&#8220;</strong> von <strong><a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/?p=204#weinacht">Stefan Weinacht</a></strong> und <strong>Till Krause</strong> griff diese Entwicklungen mit Bezug auf deren längere Vorgeschichte auf. Ihre Analyse journalistischer Darstellungsformen und Bedingungen im historischen Spannungsfeld von sowohl Musikentwicklung wie individuellen und ökonomischen Interessen und gesellschaftlichem Wandel in sieben Phasen bot vielfache Anregungen zur Diskussion, ob und wie die Entwicklung der Musikzeitschriften mit der anderer Medien wie Radio, Schallplatte und Fernsehen in und über diese Phasen zusammenhängen oder ob sie doch eher oder vor allem individuellen, gesellschaftlichen oder ökonomischen Entwicklungen geschuldet sei, die im Beitrag jeweils als Treiber von Entwicklungen im Musikjournalismus ausgewiesen wurden.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach diesen musikwissenschaftlichen, managementstrategischen und journalistischen Perspektiven rückte <strong><a href="http://www.uni-magdeburg.de/didaktik/cms/index.php?nav=Dr.%20Thomas%20D%FCllo&amp;modul=Content&amp;tabid=1164387662">PD Dr. Thomas Düllo</a></strong> in seinem Beitrag die Leute als zunehmend aktive Akteure der Popmusik in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Sein Beitrag „<strong>Popmusik als Medienentwicklungskraft&#8220;</strong> zeigte,<a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/duello.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-601" title="duello" src="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/duello.jpg" alt="" width="175" height="143" /></a> wie bei der Produktion und Nutzung von Popmusik immer neue Einheiten von Differentem möglich werden und Popmusik so Medienentwicklungen im Kontext von drei Transformationsmöglichkeiten anregt: Erstens durch individuelle Entwicklung der eigenen Identität, zweitens die von sozialen und kulturellen Zusammenhängen und Beziehungen sowie drittens die von Musik selbst. Abschließend stellt er thesenhaft Differenzen vor, die Pop vereint: Anschluss und Novum, Dekontextualisierung und Rekontextualisierung, Performativität/Inszenierung mit einsamem Medienkonsum, Massenappeal und Nischen für afficionados usf. Die Möglichkeiten durch die Ubiquität digitaler Netzwerkmedien zur Nutzung von Musik an immer mehr Orten zu immer mehr Zeiten interpretiert er dabei nicht aus der Perspektive der Produzenten und Nutzer, damit folglich nicht als Problem, sondern als Chance für eine Renaissance der Musik in der Gesellschaft.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese mediale Renaissance der Musik durch Medienentwicklung aktiv als Veranstalter zu nutzen war Thema von <strong>Sören Birke</strong>, Geschäftsführer der Consense GmbH. Sein Beitrag <strong>„Web 2.0 Strategien für Veranstalter am Beispiel des Kesselhauses der Kulturbrauerei&#8220;</strong> rekonstruierte exemplarisch am Beispiel der Berliner Veranstaltungsorte <a href="&lt;a href=&quot;http://www.kesselhaus-berlin.de/main.php&quot;&gt;">Kesselhaus und Maschinenhaus</a> Medien- und Marketingaktivitäten, und wie unter Wettbewerbsbedingungen heute Musikveranstaltungen durch Kommunikation und neue Informations-, Orientierungs- und Vernetzungsmöglichkeiten aufgewertet werden können und auch aufgewertet werden müssen, um in Berlin wahrgenommen und besucht zu werden. Auf diese Herausforderung reagiert er mit einer Erweiterung der Vernetzung der eigenen Angebote und auch Inhalte mit anderen im Netz anzutreffenden Inhalten etwa bei flickr oder YouTube, wenn dort z.B. Handymittschnitte von Konzerten eingestellt sind. Diese Einbindung von und die Vernetzung nicht mehr nur mit Kooperationspartnern, Bands und Künstlern und ihren Web-Repräsentationen und Aktivitäten sondern mit denen der Besucher erscheint aktuell als die Herausforderung der Zukunft. Medienentwicklung wird hier fast schon zur Voraussetzung für die Aufführung und Wahrnehmung von Musik und von deren Entwicklung in der Gestalt von Künstlern und Bands und in Konzerten.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn auch die Wettbewerbssituation nicht so intensiv zu sein scheint wie in Berlin, so ähneln sich doch die Ausgangssituationen im <a href="http://musikland-niedersachsen.de/">Musikland Niedersachsen</a>, wie der Geschäftsführer von Musikland Niedersachsen, <strong><a href="&lt;a href=&quot;http://muke-blog.org/wordpress_muke/?p=204#koch&quot;&gt;">Klaus Georg Koch</a></strong>, im seinem Beitrag <strong>„Musikkultur als Medienkultur &#8211; Innovationen im Musikland Niedersachsen&#8220;</strong> referierte. <a href="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/koch.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-603" title="koch" src="http://muke-blog.org/wordpress_muke/wp-content/uploads/2009/02/koch.jpg" alt="" width="175" height="152" /></a>Auch hier, so Koch, spielt die Vernetzung von Akteuren die zentrale Rolle. Das Musikland Niedersachsen sieht seine Aufgabe in der Beratung und Vernetzung von bestehenden Angeboten, was in Form von Tagungen und Workshops und im Bereich von Musikpädagogik und Musikvermittlung bereits erfolgreich geschieht. Das Ziel aber besteht in einer umfassenden und möglichst alle gesellschaftlichen Gruppen erreichenden Belebung der Musikkultur in Niedersachsen. Diese ist, wie Koch erläuterte, auf Medieninnovationen angewiesen, die es möglichst vielen erlauben dazu beizutragen, Musik in Niedersachsen in seiner ganzen Vielfalt zu erleben &#8211; so umfangreich und unmittelbar wie möglich. Deshalb plant Musikland Niedersachsen, diese Teilhabe insbesondere über das Internet zu verbessern, über das möglichst viele Anspruchsgruppen und die Öffentlichkeit interaktiv angesprochen und zukünftig auch über Social Networking-Anwendungen und ein „Soundscape&#8220; &#8211; eine virtuelle Klanglandkarten Niedersachsens &#8211; aktiv eingebunden werden sollen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die anschließende Diskussion kam auf jeden der angesprochenen Beteiligten an der Entwicklung von Medien und Musik zurück, die Wissenschaft, die Medien- und Musikunternehmen, die Künstler, die Publika sowie auch die Veranstalter und Organisationen mit ihren verschiedenen Interessen und Intentionen an der Entwicklung von Medien und Musik in Gesellschaft zurück. Ein erstes Fazit war, dass die vielen Dimensionen des Zusammenhangs der Entwicklung von Medien und Musik erst in Ansätzen bekannt sind und erst noch mit Erfahrungen und Diskussionen entwickelt werden müssten. Genau zu diesem Zweck brachen die Teilnehmer des Workshops dann gemeinsam zu dem vom IJK und dem Popinstitut der HMTH veranstalteten Song-Contest <a href="http://www.hoeren2009.de/">Hören! 2009</a> auf.</p>
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